Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen

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Der psychoanalytische Begriff der Übertragung bezeichnet nicht nur ein unbewusstes Geschehen zwischen Therapeut/in und Klient/in im therapeutischen Prozess, sondern ein die menschlichen Beziehungen generell begleitendes und prägendes Phänomen, das sich auch in den Beziehungen zwischen den Generationen findet und diese im positiven wie negativen Sinn entscheidend beeinflusst. Freud bezeichnete diesen Vorgang als »Gefühlserbschaft«. Damit stellt sich die Frage, was Generationen voneinander unterscheidet und was sie verbindet und welche Rolle dabei die bewusste wie unbewusste Tradierung spielt. Es werden zunächst die Mechanismen der unbewussten Übermittlung von Erfahrungen zwischen Eltern und Kindern beschrieben sowie ferner die Auswirkungen, die die ungewollte Weitergabe von (extremen) Traumatisierungen auf die Nachkommen von Opfern oder aber von Schuldverstrickungen auf die Nachkommen von Täter/innen haben.

 

 

Angela Moré, Dr. phil. habil., ist Professorin für Sozialpsychologie an der Leibniz Universität Hannover sowie Dozentin und Studienleiterin am Winnicott Institut Hannover; Gruppenanalytikerin (SGAZ, D3G) und Mitbegründerin des gruppenanalytischen Instituts GIGOS. Forschungsschwerpunkte: psychoanalytische Sozial-, Kultur- und Entwicklungspsychologie, Transgenerationalität, Gruppenanalyse, Gender-Forschung.

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