Chag Pessach Sameach

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Im Zentrum unseres jüdischen Seins steht Pessach, das Fest in welchem wir vor mehr als 3000 Jahren Freiheit erlangt haben und 40 Jahre später auch ein eigenes Land, einen großen Platz.

In diesem Jahr 5778 ist es 70 Jahre her, dass dieses Land aus der Asche von 6 Millionen ermordeten Menschen, unseren Angehörigen, wiedererstand. Ein ersehnter Traum aus erlebten, erlittenen Albträumen in der Geschichte des Judentums, der Menschheit!

Kein Wunder also, wenn wir uns aus diesem Anlass mit diesem Land beschäftigen, das immer unsere Zufluchtsstätte sein wird.

Wir jüdischen Ärzte sind besonders stolz, dass Israel sich einen hervorragenden Ruf in der Medizin, und bei weitem mehr als nur dort, erworben hat.

Ein näherer Blick beschert uns israelische Nobelpreisträger, Innovationen -besonders medizinische – aber auch große humanitäre Leistungen.

Sei dies in der internationalen Erdbebenhilfe oder – wie gerade derzeit täglich – gegenüber den in Syrien stattfindenden grausamen und unmenschlichen Gräueln, gegen die Israel zumindest an seinen syrischen Grenzen hilft.
Hunderte von Tonnen Hilfsgüter erreichen die syrische Grenze und syrisches Gebiet, um die schlimmsten Folgen in diesem Krieg zu mildern.

Begleitet werden diese Maßnahmen auch durch ärztliches Handeln aus Israel.
Das unbeschreibliche Leid der syrischen Bevölkerung und die beispiellose Unerbittlichkeit, mit der dieser Krieg geführt wird, wird die unendliche medizinische und humanitäre Katastrophe leider nicht verändern, aber sie zeigt eindrücklich, wo Israel und seine Bevölkerung stehen.

Der leicht verklärte Blick auf Pessach sollte uns jüdische Ärzte nicht hindern, die großen Gefahren aus dem Blick zu verlieren, die Israel drohen:

Die gigantischen Raketenarsenale iranischer Herkunft im ebenfalls iranisch beherrschten Libanon, das hegemoniale Streben, das der Iran über den Korridor Irak in diese Mittelmeerregion über Syrien und Libanon im Auge hat, das sind die Bedrohungen, denen die israelische Bevölkerung täglich ausgesetzt ist.
Die baldige Atommacht Iran ist hier bleibend gefürchtet.

Die klaren Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu diesem Thema können hier sehr hilfreich sein.

Paradoxerweise registrieren wir mit der Etablierung Jerusalems zur ungeteilten Hauptstadt Israels keine Ausbrüche massiver Art. Im Gegenteil führt die harte Hand einer klaren Politik zu größerer Ruhe als in der Vergangenheit.

Das klare Bekenntnis Israels zur eigenen Stärke ist die einzige Garantie für ein ruhiges besinnliches Pessachfest, in welchem wir die Verpflichtung haben, unseren Kindern vom Auszug aus Ägypten zu erzählen.
Schon seinerzeit war der Auszug überhaupt nicht friedlich und daher für uns jüdische Menschen so wunderbar, weil erfolgreich. Wenn auch von Irrwegen und Verfehlungen begleitet: Mit harter Hand wurden wir aus Ägypten geführt.
Niemand sollte sich einbilden, dass in Israel ein friedliches Pessachfest möglich sein könnte ohne eine harte Hand, diesmal jedoch die eigene, auch militärische, Stärke!
Auch wir jüdischen Ärzte müssen dankbar sein, dass der Zustand der israelischen Zivilgesellschaft, die viel Zeit und Geld in ein hoch effektives Verteidigungssystem steckt, die Grundlage für die Existenz Israels liefert und damit auch einen möglichen Fluchtort für uns alle darstellt.
Dies scheint uns umso wichtiger, als auch in Deutschland eine Entwicklung im Entstehen ist, die den Antisemitismus fördert und französische Verhältnisse fürchten lassen könnte.
Die Flucht französischer Juden nach Israel ist dem Umstand zu verdanken, dass größere Sicherheit eher dort zu finden ist, als in einem immer antisemitischeren Frankreich, dass durch eine laissez-faire-Politik diese Zustände zulässt.

Sollte der neue Antisemitismus – Beauftragte hier keine klare Kante zeigen, sollte die neue Bundesregierung hier nicht konsequent handeln, so wird die neue Antisemitismuswelle Deutschlands sich auf die „französische Lösung“ hin entwickeln.
Ohnehin blicken wir mit Bewunderung auf die Entwicklung in der Medizin und der Medizinforschung Israels, an der der eine oder andere von uns gern Anteil nähme.

Zu keinem Zeitpunkt ist dies klarer als in der Zeit von und um Pessach.

Unseren Kolleginnen und Kollegen der IMA (Israel Medical Association) in Israel und unseren Kolleginnen und Kollegen in Deutschland wünsche ich von Herzen ein friedliches und koscheres Pessachfest 5778

Dr. Roman M. Skoblo

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